Gott sei Dank ist bald…

Gott sei Dank ist bald…

… mein Urlaub, Weihnachten, das Jahr vor├╝ber!

Die letzten Wochen waren verr├╝ckt. Aber fangen wir von vorne an.

Mein lieber Kollege ist Vater geworden, die Kleine ist Zucker und einfach unendlich niedlich. Und das stimmt wirklich, denn nicht jedes Baby ist s├╝├č.. Sorry M├╝tter :D Mein lieber Kollege verabschiedete sich dann also 8 Wochen in seine Elternzeit und lie├č mich zur├╝ck mit Bergen von Arbeit, Projekten, Vorhaben und einer Vertretung. Bereits in den ersten drei Wochen habe ich so viele ├ťberstunden geschrieben, dass ich die Herbstferienwoche komplett (und eigentlich sogar fast drei Mal) frei machen konnte. Die Herbstferien verbrachte ich zusammen mit meinem Tiefpunkt des Jahres bei meinen Eltern. Die Trennung von April wurmte mich, die Arbeit schaffte mich, die Gef├╝hle schlugen Purzelb├Ąume und ich brauchte einfach so sehr eine Auszeit von allem. Zu allem ├ťberfluss fand in genau dieser Woche mein 10-j├Ąhriges Klassentreffen statt. Sowohl meine beste Freundin als auch mein damals bester Freund waren verhindert und alle anderen gl├Ąnzten mit ihren Eheringen, Kindern oder Babyb├Ąuchen. Ich g├Ânne es euch allen von ganzem Herzen, konnte es aber leider nicht sehr lange ertragen, also ging ich als erste.

Nach den Herbstferien war dann so langsam Land in Sicht. Die meisten Projekte waren erledigt, es waren nur noch vier Wochen bis zum Ende der Elternzeit, der ich unheimlich entgegenfieberte, und mein Tiefpunkt machte Platz f├╝r gute Gef├╝hle. Ich fing wieder an Sport zu treiben, hatte – au├čer Licht – nun wieder gesunde Lebensmittel im K├╝hlschrank, kochte mir sogar mal wieder was und konnte mich auf meine neuen Freundinnen verlassen, die mich in dem Chaos unterst├╝tzt haben.

Die 47. Kalenderwoche begann emotional entmutigend. Ich wollte einfach nur nett sein und erntete einen dummen Spruch nach dem anderen. Ich habe dadurch allerdings eine gute Einsicht erlangt, mit der ich sehr gut zurecht kam. Ich wollte nicht mehr an Menschen h├Ąngen, die ich nur deswegen sch├Ątze, weil ich meine, sonst allein zu sein. Diese Einsicht hatte was Entlastendes an sich und ich habe mich damit gut gef├╝hlt.

Donnerstagabend der gleichen Woche, ich sa├č im Jugendhaus und besprach gerade telefonisch mit meinem Kollegen die neue Werbung, als es pl├Âtzlich hie├č, die Feuerwehr sei da und wir m├╝ssen das Geb├Ąude r├Ąumen. Also wurden wir allesamt innerhalb von 10 Minuten aus dem Geb├Ąude evakuiert, welches anschlie├čend versiegelt wurde: das Nebengeb├Ąude hatte Statikprobleme, welche sich auf unser Geb├Ąude auswirken konnten, daher wurden beide H├Ąuser gesperrt. Pl├Âtzlich waren wir also obdachlos und wie immer wusste mal wieder keiner so recht, was da ├╝berhaupt los war und wann wir das Geb├Ąude denn wieder betreten d├╝rften.

Ein Tag sp├Ąter wurde unser Gesch├Ąftsf├╝hrer nach 28 Jahren Dienst verabschiedet; es war ein sch├Ânes Fest. Trotzallem bin ich traurig, denn ich hatte immer das Gef├╝hl, dass er mich wirklich gesehen hat. Die kommende Woche musste ich Obdachlose in meinem alten B├╝ro Unterschlupf suchen und wurde dort auch mit offenen Armen aufgenommen. Auch wenn das Geb├Ąude gesperrt war, zu tun gab es mehr als genug.

Die letzte Novemberwoche endete mit einem ├╝blen Scherz meines Bruders. Ich bin bei sowas ja unheimlich leichtgl├Ąubig (und habe meinem Kollegen sogar mal geglaubt, er d├╝rfe deswegen kostenlos Bahn fahren, weil er in einer geboren wurde.. es stellte sich heraus, dass seine Eltern bei der Bahn arbeiteten…) und bin voll drauf eingestiegen. Der Emotions-Zug raste einmal quer mit vollem Karacho durch mich durch und ich ├╝berraschte mich selbst mit einer Reaktion, die ich so nie erwartet h├Ątte (denn eigentlich hatte ich ja meine neue Einsicht, die mir helfen sollte, siehe oben). Das hat mich nachdenken lassen, auch wenn der miese Scherz dann aufgekl├Ąrt wurde. Anscheinend hat meine Reaktion nicht nur mich zum Nachdenken gebracht.

Nachdem ich nun einen generellen und im besonderen einen emotionalen Auftrieb erfahren habe, erreichte mich eine Mail mit einem Gest├Ąndnis. Doch ich blicke nicht zur├╝ck. Ich habe mich weiterbewegt und da, wo ich nun angekommen bin, geht es mir doch ziemlich gut.

Meine Arbeit macht wieder Freude, mein Kollege ist aus seiner Elternzeit zur├╝ck, ich habe vermutlich eine Band gefunden, ich habe Kolleginnen, die zu Freundinnen geworden sind, ich erlaube mir, mir Zeit f├╝r mich nehmen zu d├╝rfen, ich lese viel, ich schaue Serien, die mich interessieren, manchmal liege ich stundenlang auf der Couch!

Ich habe zwar kein Ziel, aber ich kann mir Zeit geben, eines zu finden!

Ich muss nur noch drei Tage arbeiten gehen und dann verschwinde ich fast vier Wochen nach Th├╝ringen und lasse es mir so richtig gut gehen!

Wir werden sehen, was dann sein wird. Ich bin gespannt!

Ich wei├č, das ist alles sehr kryptisch und sicher an manchen Stellen so gar nicht nachvollziehbar, aber es gibt einen guten Eindruck davon, wie ich gerade so aufgestellt bin. Und, es wird immer besser :)

Ich danke euch und w├╝nsche euch alles Gute!

18 thoughts on “Gott sei Dank ist bald…

  1. Jaja… Es wird nie langweilig… :/
    Sch├Ân, von dir zu lesen, dass du deinen Weg findest :) F├╝hl dich mal gedr├╝ckt! :*
    Ich mach auch grad eine ziemlich unsch├Âne Phase durch, deswegen liest man von mir z.Z. so wenig… Ich versuche mich mit S├Ątzen auszumuntern wie „Alles kommt, wie es kommen soll“ oder „Das, was dir gut tut, wird bei dir bleiben“… und so ;D

    1. Und wenn Gott eine T├╝r schlie├čt, ├Âffnet sich ein Fenster :)
      Vielen Dank f├╝r deine Worte! Ich glaube, am schwersten fiel es mir, mir zu erlauben, dass es mir auch mal schlecht gehen darf. Und es wird immer eine Zeit danach geben, in der es uns wieder besser gehen wird!
      Ich w├╝nsche dir alles Gute :)

  2. F├╝hl Dich mal gedr├╝ckt!
    Ja, manchmal is es schon ein guter Teil „geschafft“, wenn man sich auch mal genehmigt, dass man nicht immer mit dem Kopf nach oben durch die Weltgeschichte laufen mu├č. Kenn ich von mir selber auch -.-
    Aber: Der Weg ist das Ziel. Denn im Ernst, man wei├č ja manchmal doch nicht, ob man genau das Ziel erwischt, das man vor Augen hatte XD. Und es ist voll okay, Momente der Schw├Ąche zu haben. Dann kann man sich wieder aufrappeln, und der Welt zeigen, dass man es trotzdem kann! Immer nur Stark sein funktioniert nicht (auch selbst bemerkt :/).
    Meine Arbeitskollegin ist im November Mama geworden (auch ein h├╝bsches Kerlchen (ich stimme Dir zu, dass nicht alle Kinder automatisch h├╝bch sind XD)), und „leider“ wird sie nicht nach ein paar Wochen wieder da sein XD Aber sch├Ân, dass die Arbeit Spa├č macht! Und das mit der Evakuierung klingt ja mehr als abenteuerlich… Aufregung!
    W├╝nsche Dir viel sch├Âne Momente und viel Erfolg beim weiteren Weg! Tschaka!
    LG

    1. Vielen lieben Dank f├╝r deine Worte! <3
      Anfangs war es echt krass, ich habe so ziemlich alles als Zeitverschwendung empfunden (Bloggen, Fernsehen, Rumh├Ąngen - ich will ja schlie├člich mal eine Familie und Kinder und die findet sich nicht auf dem Sofa!), mittlerweile merke ich, dass es mir einfach gut tut, Zeit mit mir und f├╝r mich zu verbringen und Dinge zu tun, die mir einfach Spa├č machen.
      Du sagst es, der Weg ist das Ziel; mal schauen, was der Weg so f├╝r mich bereith├Ąlt :)
      Danke :*

  3. Liebe Stef,
    ich freue mich sehr, dasss es dir scheinbar besser geht und hoffe sehr du kannst deine gewonnenen Einsichten f├╝r dich nutzen.
    Ab wann bist du denn in Th├╝ringen? Es wird Zeit unser Treffen nachzuholen ;)
    Liebste Gr├╝├če, Nessie

  4. Vielen Dank f├╝r deinen ehrlichen, schonungslosen Post! Meine Welt geht momentan echt drunter und dr├╝ber und ich wei├č ├╝berhaupt nicht, wie ich es richten soll!

    1. Na aber sehr gerne doch! :) Ich w├Ąre ja gern an manchen Stellen noch deutlicher geworden, aber will ja auch niemanden vor den Kopf sto├čen!
      Ein Drunter und Dr├╝ber kann auch Gutes haben. Denk immer dran, auch wenn du viele Floskeln und Spr├╝che h├Ârst, die Menschen meinen es nur gut und manchmal f├Ąllt uns eben nichts Besseres ein, weil wir auch manchmal einfach sprachlos sind. Daher jetzt mein ultimativer Rat: es braucht Zeit, lass es geschehen! Tu dir was Gutes, geh raus, sprich dar├╝ber, damit du dir selber besser klar werden kannst.
      Alles wird gut, ich glaube wirklich dran. Ich w├╝nsch dir nur das Beste :*

  5. Irgendwie wollte ich ich hier schon l├Ąngst kommentiert haben, doch irgendwie fehlten mir bisher die Worte. Daher w├╝nsche ich dir erstmal von ganzem Herzen ein paar (weitere) sch├Ân entspannte freie Tage und nat├╝rlich ein frohes Fest.

    Ich kann sehr gut verstehen, wie es dir vermutlich ging… Und so platt es auch klingt: Es geht immer irgendwie weiter. Manchmal in gro├čen Schritten und manchmal nur mikrometerweise, manchmal mit Ziel, jedoch h├Ąufig ohne. Letztlich ist aber nur eines wichtig: dass du dich wohl f├╝hlst… Erst im Kleinen und irgendwann ganz sicher auch im Gro├čen! Und f├╝r diesen Weg w├╝nsche ich dir nur das Beste!

    1. Liebe myristine, ich danke dir sehr f├╝r deine Worte!
      Mittlerweile wei├č ich, dass es immer weitergeht und f├╝hle mich da, wo ich nun bin, sehr gut :) Ich bin gespannt, was das Jahr 2015 f├╝r mich bereith├Ąlt, aber ich bin mir sicher, es wir spitze! :)
      Alles Liebe!
      Stef

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